anwalt kreditbetrug osnabrück
Was ist ein Kreditbetrug?
Ein Kreditbetrug liegt vor, wenn jemand absichtlich falsche oder irreführende Angaben macht, um einen Kredit zu erhalten, den er sonst nicht bekommen würde. Der Betrüger täuscht den Kreditgeber über seine finanzielle Situation oder seine Rückzahlungsabsicht.
Beispiele für Kreditbetrug:
1. Falsche Einkommensangaben bei einem Kreditantrag
Ein Antragsteller gibt bei der Bank ein deutlich höheres Einkommen an, als er tatsächlich verdient, um eine größere Kreditsumme zu erhalten. Er legt gefälschte Gehaltsabrechnungen vor, um seine Bonität vorzutäuschen.
2. Kreditaufnahme mit gefälschten Unterlagen
Ein Unternehmer beantragt einen Geschäftskredit und reicht manipulierte Bilanzen ein, um die finanzielle Lage seiner Firma besser darzustellen. Nachdem der Kredit genehmigt wurde, kann er die Raten nicht zahlen.
3. Identitätsdiebstahl für Kreditbetrug
Ein Betrüger nutzt die gestohlenen Daten einer anderen Person (z. B. Name, Adresse, Geburtsdatum) und beantragt unter deren Namen einen Kredit. Die betroffene Person erfährt davon erst, wenn Mahnungen eintreffen.
4. Kreditaufnahme ohne Rückzahlungsabsicht
Ein Verbraucher nimmt einen Kredit über 50.000 € auf, obwohl er bereits überschuldet ist und von Anfang an nicht vorhat, das Geld zurückzuzahlen. Kurz nach Auszahlung meldet er Insolvenz an.
5. Firmenkreditbetrug (Insolvenzverschleppung)
Ein Unternehmer nimmt bei verschiedenen Banken hohe Kredite auf, obwohl sein Unternehmen kurz vor der Pleite steht. Die Banken erfahren erst nach der Insolvenz, dass er sich durch falsche Angaben Kredite erschlichen hat.
6. Finanzierung eines Kaufs durch Kreditbetrug
Jemand kauft ein teures Auto mit einem Kreditvertrag und gibt falsche Angaben zu seinem Arbeitsverhältnis oder Einkommen an. Nach wenigen Raten stellt er die Zahlungen ein.
Was sind die Strafen für Kreditbetrug?
Die Strafen für Kreditbetrug hängen davon ab, ob die Tat unter § 265b StGB (Kreditbetrug) oder § 263 StGB (Betrug) fällt.
1. Kreditbetrug nach § 265b StGB
Wenn jemand falsche oder unvollständige Angaben macht, um einen Kredit zu bekommen, fällt das unter Kreditbetrug:
- Geldstrafe oder
- Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren
2. Betrug nach § 263 StGB
Falls der Täter von Anfang an ohne Rückzahlungsabsicht gehandelt hat oder größere Täuschungshandlungen vorliegen, kann das als Betrug gewertet werden:
- Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
- In besonders schweren Fällen (z. B. hohe Schadenssumme, gewerbsmäßiger Betrug, bandenmäßiger Betrug): 6 Monate bis zu 10 Jahre Freiheitsstrafe
Besondere Umstände, die die Strafe verschärfen können:
✔ Hoher Schaden (z. B. über 50.000 €)
✔ Gewerbsmäßiger Betrug (wenn die Tat wiederholt oder zur Haupteinnahmequelle wird)
✔ Bandenmäßiger Betrug (wenn mehrere Personen gemeinsam betrügen)
✔ Identitätsdiebstahl zur Kreditaufnahme
Was tun bei einer Vorladung oder Anklage wegen Kreditbetrug?
Bei einer Vorladung oder Anklage sollten Sie immer einen Strafverteidiger / Fachanwalt für Strafrecht um Rat fragen. Wie geben Ihnen einen kostenlose Ersteinschätzung. Je früher Sie zu uns Kontakt aufnehmen, desto besser können wir Sie beraten und unterstützen.
Hier geht es zum Gesetzestext:
§ 265b StGB – Einzelnorm
§ 263 StGB – Einzelnorm